Markus Glaser, Universität Regensburg

Wiki goes politics. Ein Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzungen?

In erster Linie werden Wikis derzeit als eine Art kreative Wissensbasis wahrgenommen. Dabei wird übersehen, dass das Medium mit seiner Struktur gerade beim Ringen um Positionen und Meinungen Unterstützung bieten kann und daher auch als Werkzeug der alltäglichen politischen Arbeit geeignet ist.

Dazu gibt es erste Ansätze: das Wiki von Bündnis ‘90/Die Grünen wurde genutzt, um einen Teil des Programms zur deutschen Bundestagswahl 2005 vorzubereiten. Aufsehen hat auch Jimmy Wales erregt, als er dieses Jahr bei wikia.org eine Plattform für politische Auseinandersetzungen ankündigte.

Ein wesentlicher Unterschied dieser Vorhaben im Vergleich zur Wissenssammlung scheint der Fokus auf zunächst unentscheidbare Meinungen im Gegensatz zu Fakten zu sein. Was bedeutet dies für den Aushandlungsprozesse eines Wiki-Textes? Welche Dynamiken sind zu erwarten? Wie kann das dabei entstehende Spannungsfeld zwischen Konsens und Konfliktfall kann im Wiki abgebildet werden?

Zu Diskutieren ist auch die Zusammensetzung einer betreffenden Community. Sollten Diskussion in der Öffentlichkeit stattfinden? Wer darf teilnehmen, damit das Ergebnis repräsentativ ist? Welche Vorteile bietet das Wiki und wie kann es seine Stärken für politische Gruppen ausspielen?

Nicht zu vergessen ist natürlich, dass der Einsatz eines Wikis per se ein Statement sein kann. Es gilt also auszuloten, welche Rolle es beispielsweise in der Diskussion um geistiges Eigentum oder in puncto Selbstorganisation spielen kann.

 
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